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  • Catherine von Guenther

Der Körper und seine Geschichte

Aktualisiert: 17. Nov. 2021



Den eigenen Körper und die Materie zu lieben zu lernen, bedeutet das Netz wahr zu nehmen, dass uns alle miteinander verbindet. Wir stehen als Menschheit vor der Aufgabe, die Beziehung zur Erde wiederzufinden und uns in ihr wiederzuerkennen.

Unser Körper ist der Schlüssel, denn auch wenn wir ein paar tausend Jahre Zivilisation hinter uns haben, leben die Bedürfnisse des Körpers noch immer eingebettet in der Wildnis.

Durch jede bewusste Bewegung entsteht ein Verbindung mit der Schwerkraft und der Erde. Indem wir unsere Füße im gehen bewusst erden, auf dem Boden rollen, über die Erde tanzen und Haltungen und Bewegungen von Tieren, Pflanzen im Somatic Yoga einnehmen, spüren wir der lebendigen Kraft und der Geschichte der Erde in unserem Körper nach.

In den klassischen Yogalehren stellt das Erdelement das dichteste aller Elemente dar, es schwingt am langsamsten und formt unsere äußere Hülle, den physischen Körper. Es schenkt uns eine Basis aus der wir unsere Erfahrung des Lebens machen können. Ohne Körper gäbe es keine individuelle Geschichte.

Unsere eigene Geschichte wiederum beeinflusst aber auch unseren Körper und seine Funktionen. Positive und angenehme Erfahrungen haben einen anderen Einfluss, als negativ empfundene Stresserfahrungen.

Die Schwerkraft ist die Energie die uns an die Erde bindet, uns Orientierung gibt und die Möglichkeit uns im Raum zurechtzufinden. Sie ist die ständige Umarmung der Erde in der wir Urvertrauen finden und uns verwirklichen können. Das Verbinden mit der Schwerkraft spielt im Somatic Yoga eine große Rolle, es hilft uns Stress abzubauen und unser Nervensystem zu beruhigen.


Unsere Wurzeln und das Wissen und die Erfahrungen unserer Ahnen sind in der DNS unseres Körpers gespeichert. Auch unsere Beziehung zu unserem Körper und zur Nahrung steht in Beziehung zur Erde und wie wir mit dieser umgehen. Erforschen wir uns, unsere Biographie, unser Familiensystem, unsere Kultur, unser spezifisches Geschlecht, das kollektive Unterbewußte, steigen die alten Schatten aus unserem Körper auf, im Licht des Bewußtseins können sie gesehen und angenommen werden.


Der Körper, als fühlende Materie kann sich aus der Ummantelung des Unbewußten befreien und wieder zur Schönheit des der Materie innewohnenden Kerns, der Freude zurückkehren, sobald das Licht des Bewusstseins auf ihn fällt. Der Schmerz der sensiblen Matrix möchte gesehen und anerkannt werden.


Erfahren wir unsere biographischen, systemischen, kulturellen Schatten im Licht des Bewußtseins, erlösen wir das Gewebe des Lebens.

Den Schatten zu erlösen ist eine essentielle Arbeit eines inneren Pfades zu unserem Selbst. Nur indem wir das Alte loslassen, kann wirkliche Transformation geschehen.

Unser Körper selbst kann in der Kommunikation mit unserem Bewusstsein, der heilende Pfad sein. Denn durch Bewegung erlösen wir nicht nur den Schmerzkörper, sondern bauen Ressourcen der Kraft und des Wohlgefühls auf. Empfindung ist die Sprache des Körpers, Bewegung sein Ausdruck. In dieser tiefen Kommunikation entsteht somatische Heilung und ein Mitgefühl und eine Fürsorge für unseren Körper und die Materie an sich.






Bilder: Unsplash @ Jairo Alzate

Unsplash @ Alexander Krivitskiy

Unsplash @ Olenka Kotiyk


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