© 2017 Catherine von Guenther

Körper und Erde

May 12, 2017

 

So wie der Baum nicht endet an der Spitze seiner Wurzeln, oder seiner Zweige

So wie der Vogel nicht endet an seinen Federn und seinem Flug,

so wie die Erde nicht endet an ihrem höchsten Berg.

So ende auch ich nicht an meinem Arm, meinem Fuß, meiner Haut

Sondern greife unentwegt nach außen hinein in allen Raum und alle Zeit

Mit meiner Stimme und meinen Gedanken, denn meine Seele ist das Universum.

~Cherokee aus Die Weisheit der Indianer, Orbis Verlag

 

Den eigenen Körper und die Materie zu lieben, bedeutet  das Netz wahr zu nehmen, dass uns alle miteinander verbindet. Wir stehen als Menschheit vor der Aufgabe, diese Beziehung zu der Mutter Erde wiederzufinden und uns in ihr wiederzuerkennen.

In jeder bewussten Bewegung entsteht ein Ritual wodurch wir uns mit der Schwerkraft der Erde verbinden. Indem wir unsere Füße im gehen bewusst erden, auf dem Boden rollen ,  über die Erde tanzen und Haltungen und Bewegungen von Tieren, Pflanzen, Göttern im Yoga einnehmen, spüren wir der lebendigen Kraft und der  Geschichte der Erde in unserem Körper nach.

 

 

Das Erdelement ist das dichteste aller Elemente, es schwingt am langsamsten und stellt unsere äußerste Hülle, Annamaya Kosha, den aus Nahrung geschaffenen Körper. Es schenkt uns eine Basis aus der wir unsere Erfahrung des Lebens machen können. Ohne Körper gäbe es keine individuelle Geschichte unseres Selbstes. Unser Körper entsteht aus der Erde, wird durch die Kraft der Erde erhalten und gehalten und kehrt nach dem Tod wieder zur Erde zurück. Die Schwerkraft ist die Energie die uns an die Erde bindet, uns Orientierung gibt und die Möglichkeit uns im Raum zurechtzufinden. Sie ist die ständige Umarmung der Erde in der wir Urvertrauen finden und uns verwirklichen können.

 

Unsere Wurzeln und das Wissen und die Erfahrungen unserer Ahnen sind in der DNS unseres Körpers gespeichert. Auch unsere Beziehung zu unserem Körper und zur Nahrung steht in Beziehung zur Erde und wie wir mit dieser umgehen. Erfoschen wir uns, unsere Biographie, unser Familiensystem, unsere Kultur, unser spezifisches Geschlecht, das kollektive Unterbewußste, steigen die alten Schatten aus unserem Körper auf, im Licht des Bewußtseins können sie gesehen und angenommen werden. Der Körper, als fühlende  Materie kann sich aus der Ummantelung des Unbewußten befreien und wieder zur Schönheit des der Materie innewohnenden Kerns, der Ananda - Freude- zurückkehren, sobald das Licht des Bewusstseins auf ihn fällt. Der Schmerz der sensiblen Matrix möchte gesehen und anerkannt werden.

Erfahren wir unsere biographischen, systemischen, kulturellen Schatten im Licht des Bewußtseins, erlösen wir das Gewebe des Lebens.

Die Schatten zu erlösen ist eine essentielle Arbeit eines Pfades zu unserem Selbst. Nur indem wir das alte loslassen, kann wirkliche Transformation geschehen.

Unser Körper selbst kann in der Kommunikation mit unserem Bewusstsein, der heilende Pfad sein. Denn durch Bewegung erlösen wir nicht nur den Schmerzkörper, sondern bauen Ressourcen der Kraft und des Wohlgefühls auf. Empfindung ist die Sprache des Körpers, Bewegung sein Ausdruck. In dieser tiefen Kommunikation oder sogar Kommunion entsteht somatische Heilung und ein Mitgefühl und eine Fürsorge für unseren Körper und die Materie an sich.

 

 

 

 

 

 

 

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